Literaturverwaltung

Für jedes Studium ein großes Thema, aber in den Geisteswissenschaften von besonderem Interesse ist die Verwaltung von Literatur, Quellen und Fundstellen. Es gibt viele Freeware und OpenSource Lösungen, wobei folgende Kriterien sicher Vorteile für das Arbeiten mit sich bringen:

  • einfache Bedienoberfläche
  • offene Formate zum problemlosen Im- und Export in andere Anwendungen
  • Zusammenarbeit mit entsprechender Textverarbeitungs- bzw. -erstellungssoftware
  • anpassbare Ausgabe – flexible Literaturarchivierung
  • in der heutigen Zeit nicht zu vernachlässigen: die Möglichkeit Online- und Internetquellen aufzunehmen und zu archivieren
  • die Möglichkeit, beliebig viele Titel hinzuzufügen
  • Stabilität
  • möglichst kleine Dateien, die man einfach Sichern und Weitergeben kann

Ich stelle hier kurz einige Programme vor. Viele davon sind nicht quelloffen oder nicht auf allen Plattformen verfügbar. Trotzdem wollte ich möglichst viele kostenlose Programme und Möglichkeiten und aufzeigen, mit verschiedenen Programmen zusammen zu arbeiten und so Literatur effizient zu verwalten.

Bitte missversteht dies nicht als Werbung – die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

BibDesk

  • OpenSource Literaturverwaltung als Frontend für BibTeX
  • ist die kleine rund-um-sorglos Lösung für die Literaturverwaltung unter Mac OS X
  • unterstützt Copy & Paste, Autovervollständigen von Zitaten, Verwaltung von Zitaten, Fundstellen aller Art, Abstracts, elektronische Quellen u.v.m.
  • sehr einfach anpassbar an eigene Bedürfnisse (u.a. eigene Kategorien, zusätzliche Auszeichnungsfelder etc.)
  • Exportiert u.a. nach XML, BibTeX, HTML, Atom/RSS
  • wird ständig weiterentwickelt
  • AppleScript-fähig

WebSites:

Bibliographix

  • Es gibt eine kostenlose Basic-Version, die beliebig lange genutzt werden kann und einige Einschränkungen beinhaltet.
  • Unterstützt u. a. folgende Programme und Formate: MS Word (*.doc, *.dot), OpenOffice (*.odt, *.sxw), LyX, MiKTeX (LaTeX/BibTeX), RTF

Bibliographix bietet viele komfortable Features, u. a. sog. Ein-Klick-Literaturverzeichnisse sowie die Suche in über 500 Bibliothekskatalogen weltweit.
Lauffähig auf: MS Windows NT 4, MS Windows 2000 und MS Windows XP
WebSite: http://www.bibliographix.de/

citavi – Nachfolger von LiteRat

citavi befindet sich noch im BetaTest – die folgenden Infos sind von der Projektwebsite. Ende 2005 soll das Programm dann zum Download bereit stehen. citavi ist nun endlich verfügbar!

citavi ist ein Programm zur Literaturverwaltung und Wissensorganisation und steht in einer Freeware- und einer kommerziellen Variante zur Verfügung.

Gegenüber der kommerziellen Version gibt es nur eine Einschränkung: Es können nur Datenbanken mit max. 100 Datensätzen bearbeitet werden, d.h. ein größeres Datenvolumen kann zwar betrachtet, integriert und weitergegeben, jedoch nicht verändert werden.

citavi ist speziell geeignet für:

  • größere Forschungsprojekte (z.B. Dissertationen)
  • Verwaltung von hohen Literaturaufkommen (z.B. Privatbibliotheken)
  • Studium und Lehre

citavi kann u.a.:

  • detaillierte Titelaufnahme,
  • differenzierte Texterschließung,
  • genaue Aufgabenplanung,
  • verschiedene Notizfunktionen,
  • ständig verfügbare Hilfe und Anleitung.
  • Online-Recherche in OPACs,
  • Download von Titelangaben und Cover,
  • Zitieren aus MS Word® heraus,
  • neue Dokumententypen und Zitationsstile,
  • Installation auch auf USB-Sticks.
  • Sehr erfreulich: citavi „spricht“ BibTeX!

WebSite: http://www.citavi.com/

JabRef

Systemvoraussetzungen: Java 1.4.2
WebSite: http://jabref.sourceforge.net/

LiteRat

LiteRat ist Freeware und kann fast alles, z. B.

  • Datensätze aus der »FIS Bildung Literaturdatenbank« importieren – mit allen Datenbankfeldern
  • Datensätze in andere LiteRat-Datenbanken übertragen
  • Literaturverzeichnisse in Textverarbeitungsprogramme exportieren
  • Literaturlisten und Arbeitsblätter drucken

Verfügbar für: MS Windows 3.1 – XP, OS/2
WebSite: http://www.literat.net/

LiteRat kommt auch mit minimalen Systemvoraussetzungen zurecht und arbeitet mit OpenOffice und MS Word zusammen.

Scholar’s Aid

Scholar’s Aid ist gedacht für die Literaturverwaltung in Forschung und Lehre, also nahezu für alle akademischen Schreibprojekte. Auch von SA steht eine kostenlose Lite Version zur Verfügung, die gegenüber der kommerziellen Vollversion einige Einschränkungen hat.

Verfügbar für: alle MS Windows Versionen, eine Linux-Version ist laut WebSite in Arbeit
WebSite: http://www.scholarsaid.com/

Hat Schnittstellen zu verschiedenen anderen Programmen, z. B. OpenOffice.org 2, WordPerfect, MS Word, MS IE.

synapsen – Ein hypertextueller Zettelkasten

WebSite: http://www.verzetteln.de/synapsen/

Links

16 Antworten zu „Literaturverwaltung“

  1. lorenz sagt:

    Sehr schoene Aufstellung! Bin gerade auch am Schauen und Testen. Bisher tendiere ich zu Bibliographix. An zweiter Stelle folgt WinLiMan – hat eine sehr gute Suche und sympathisch einfach und ist gratis: http://www.heutling.de/html/winliman.html Nachteil: mangelhafter Export

    Am besten von allen Programmen finde ich die Webloesung zum Selberinstallieren http://wikindx.sourceforge.net/ – eine Ueberlegung wert ist auch der Onlinedienst CiteULike http://www.citeulike.org/

  2. Anna-Maria sagt:

    Hallo Lorenz,

    danke für Deine Tipps! Wie Du Dich auf diese Seite verirrt hast, würde mich noch interessieren! Ich bastele so nebenbei, um meine Inhalte vom alten System (CMSimple: http://uni.annamariamueller.de/archiv/) auf ein bequemeres WP Blog extra für die Uni zu kommen. Du hast die Seite quasi im totalen Rohzustand erlebt – ich hoffe, das schreckt nicht von weiteren Besuchen ab. ;)
    Da die Inhalte scheinbar auch jetzt schon gefunden werden, habe ich mich entschlossen, sie schon jetzt – im halb-fertigen Zustand – über den offiziellen Link http://uni.annamariamueller.de/ zugänglich zu machen.

    Im Moment muss ich leider viel arbeiten. Sobald etwas Luft im Zeitplan ist, sehe ich mir Deine Vorschläge genauer an. Beim groben Überfliegen der Websites kam mir das alles schon sehr spannend vor. Wenn dann etwas mehr Zeit ist, kann ich diese Baustelle hier dann auch etwas mehr in Schuss bringen. :)

    LG
    Amy

  3. Unikram, Paper & Recherchen » Start des Uni-Blogs sagt:

    [...] Nachdem diese Seite seit einigen Tagen im Rohzustand auf dem Server lag, scheint sich der Inhalt aber doch schon finden zu lassen, wie der frühe Kommentar von Lorenz zeigt. [...]

  4. lorenz sagt:

    Deine neue Seite schaut doch sehr gut aus! Alles andere als eine Baustelle!

    Ich glaub ich hab die entweder ueber Google oder Google Blogsearch gefunden. Ich glaub ich war auf der Suche nach Literaturverwaltung. Waehrend des Bloggens und durch meinen Job stosse ich staendig auf neue spannende Sachen, irgendwie hab ich noch kein perfektes System gefunden, um den Stoff sinnvoll zu ordnen und wiederzufinden. Hierarchische Menues und Ordner haben ganz klar ausgedient.

    Ich tendiere zu einer Kombination aus einerm dieser Literaturverwaltungsprogramme in Kombination mit einem Zettelkasten

  5. Anna-Maria sagt:

    Danke für das Kompliment! :) WinLiMan scheint leider nur für die Nutzung in M$-Umgebungen konzipiert – zumindest lässt der Name darauf schließen und die Homepage des Projekt behauptet nix Gegenteiliges. CiteULike habe ich direkt als nützlichen Link in die Linkliste hier aufgenommen und Wikindx ist genau das, was ich noch gesucht habe für ein Wiki zu meinen BA-Prüfungen – das Projekt wird noch eine Weile dauern. ;) Ich habe Hoffnung, dass ich das in DokuWiki einbinden kann.

  6. Andreas Meese sagt:

    Vielen Dank für die übersichtliche Seite.
    Ich würde noch gerne einen Link hinzufügen, für diejenigen, die auf eine MySQL-Datenbank zugriff haben:
    http://litw3.uni-muenster.de/
    Der Voteil bei dieser Weblösung liegt in der einfach anzupassenden Oberfläche, dem Zugang für mehrere Bearbeiter und natürlich der Möglichkeit von jedem vernetzten Rechner aus auf die Literatur zugreifen zu können. Die exportierten Dateien lassen sich gut im CSV-Format in OpenOffice einlesen.

  7. Rolf sagt:

    Hallo zuusammen,

    ich beschäftige mich ebenfalls seit einiger Zeit mit dem Thema LIteraturverwaltung. Nach dann doch ausgiebieger und irgendwie auch immer noch anhaltender Recherche zu dem Thema habe ich einen recht guten Überblick über die verschiedenen Literaturverwaltungsprogramme. In deiner Liste sind auf jeden Fall die wichtigsten Programme aufgezählt. Wenn man von Literaturverwaltung spricht, sollte man auf jeden Fall aber noch Endnote mit reinbringen(http://www.adeptscience.de/bibliographie/endnote/). Das ist allerdings ziemlich kostspielig. Bibliographix find ich persönlich nicht ganz so toll. Gespannt war ich allerdings auf den Release von Citavi, der ja nun schon zwei Tage her ist. Mein erster Eindruck: ganz passabel, allerdings hat mich die Geschwindigkeit des Programms nicht so überzeugt. Ich selbst arbeite nun seit neuestem mit Visual Composer .NET 2 (www.visualcomposer.net), das meinen Ansprüchen am weitesten entgegenkommt.

    Ansonsten ist der Überblick schon sehr gut gelungen, deswegen auch weiterhin: gutes Gelingen!

    Gruß,
    Rolf

  8. Anna-Maria sagt:

    Danke für die Glückwünsche und Deinen Beitrag, Rolf!
    Endnote ist nicht aus Unwissenheit nicht in der Übersicht dabei. Ich möchte mich hier auf die Vorstellung von Freien, kostenfrei nutzbaren oder eingeschänkt kostenfrei nutzbaren Programmen beschränken. Dies hat vielfältige Gründe. Einer ist der, dass ich Erstsemester an der Uni betreue und wenn ich die auf meine Seite verweise, dann kann ich das nicht guten Gewissens tun, wenn die Studis hier Empfehlungen finden, deren Umsetzungen oder Beherzigung größere Investitionen erfordert. Außerdem weiß man nie, auf welcher Plattform die Leute unterwegs sind. Ein, zwei Leute, die nicht an MS hängen gibt es ja immer und da möchte ich möglichst für alle zumindest Hinweise geben können, auch wenn ich selbstverständlich nicht alle möglichen Kombinationen durchprobieren kann. Worauf ich die Studis orientieren möchte ist Teamarbeit: Vielleicht nicht in den ersten Semestern, aber irgendwann schreibt man evt. mal eine Arbeit zusammen. Da ist es schon sehr praktisch, wenn Literaturdatenbanken in einem offenen, plattformunabhängigen Format (z. B. als Textdatei) vorliegen, sodass man nicht doppelt Arbeit hat.
    Des weiteren entspricht es auch eher meiner Einstellung zum Thema Software, auf Freie Alternativen zu setzen. :) So viel dazu.
    Auf dem Mac hat sich Bookends, auch gern im Team mit Mellel, als gute Lösung in Sachen wissenschaftliches Arbeiten herausgestellt.
    Beide Programme sind ganz brauchbar, wenn man sich nicht mit LaTeX & BibTeX anfreunden kann. Allerdings sind beide Programme kostenpflichtig – man kann sie vor dem Kauf aber testen.

    Der Visual Composer .NET kommt für mich persönlich (ich habe Mac/Unix/Linux zur Verfügung) nicht in Frage, weil ich die Systemvorraussetzungen nicht erfülle:

    Visual Composer .NET läuft unter den Betriebssystemen Windows 98 SE, Windows NT, Windows 2000 und Windows XP. Eine Installation des Internet Explorers ab Version 5 muß auf dem System vorhanden sein – wir empfehlen jedoch die Verwendung von Internet Explorer 6.

    Danke für den Hinweis auf den Visual Composer .NET: Je mehr Programme wir hier zusammentragen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand etwas Passendes findet!

  9. Anna-Maria sagt:

    Gerade bei biblint entdeckt: Unter http://www.biblint.de/z3950.html#programme gibt es einen großen Überblick über online-Resourcen und Programme zur Literaturrecherche und Verwaltung. Die Seite kenne wir ja schon – ist aber immer wieder einen Besuch wert. Auch für Leute, die sich näher zum Thema Endnote informieren wollen empfehlenswert, da sämtliche Endnote-Gateways aufgezeigt werden.

  10. Joachim Eberhardt sagt:

    Hallo Anna-Maria,

    mir gefällt die Auflistung sehr gut, zumal, da ich selbst mich bisher vornehmlich mit Windows-basierten kommerziellen Programmen beschäftigt habe. (diese Seite auch gefunden per Google, „Literaturverwaltung“). Ich habe drum gleich versucht, mir die Seite auszudrucken — möglicherweise liegts an meinem Firefox 1.07, dass nur die erste Seite Text bearbeitet wurde. :-(
    Kennen Sie schon die Seite http://www.literaturverwaltung.com/ bzw. http://www.literaturmanagement.net/ ?

    Besten Gruß, Joachim

  11. Anna-Maria sagt:

    Hallo Joachim!

    Schön, dass mein Inhalt so gut über Google & Co. gefunden wird, das freut mich sehr. Ich habe mir erlaubt, Ihren Kommentar zu bearbeiten – ein Leerzeichen zu viel machte den zweiten Link unbrauchbar, nun funktioniert er wieder – ich hoffe, das ist ok. Inhaltlich bearbeite ich die Kommentare nicht!
    Danke für den Link, die Seite kannte ich noch nicht.
    Da ich mitten im Examen stecke, habe ich mir um ein extra css für die Printausgabe noch keine Gedanken machen können. Allerdings funktioniert hier die Druckausgabe (Firefox 1.5.0.1) ohne Probleme vollständig. Zeigt denn die Druckvorschau alle Seiten an?

    Nachtrag: Soeben habe ich bemerkt, dass es bei mir auch nur die erste Seite ausdruckt. :( Danke für den Hinweis, sobald etwas Luft ist, kümmere ich mich um das Problem. Für Vorschläge zur schnellen Lösung bin ich immer dankbar.

  12. Unikram, Paper & Recherchen » Druckversion verfügbar sagt:

    [...] Joachim Eberhardt ist das Problem aufgefallen, nun bin ich endlich dazu gekommen, Abhilfe zu schaffen: Die Seiten hier im Blog konnten mit Boardmitteln nicht vollständig ausgedruckt werden und die Ausgabe war wenn, dann nicht druckoptimiert. [...]

  13. Anna-Maria sagt:

    Eine super Übersicht über das Aussehen der verschiedenen BibTeX-Styles gibt es hier. Und Mario Konrad beschreibt auf Deutsch die verschiedenen BibTeX entry-types, sowie alle dazu gehörigen required und optional fields. Sehr praktisch.

  14. Joachim Eberhardt sagt:

    Wer ausführlicheres zu einigen MS-basierten Literaturverwaltungsprogrammen lesen will:
    mein Softwaretest ist jetzt bei IASL online veröffentlicht. URL: http://iasl.uni-muenchen.de/discuss/lisforen/Eberhardt_Softwaretest.html

  15. Regy sagt:

    Hallo Anna-Maria,

    ich beschäftige mich wegen meiner Diss im Moment auch sehr mit dem Thema Literaturverwaltung. Habe jetzt auch schon einige Programme getestet und bin bei RefBase hängengeblieben. refBase ist webbasiert, bietet guten Exportmöglichkeiten , ist OS und befindet sich (im Moment zumindest :) ) in aktiver Entwicklung. Zu finden ist es unter http://www.refbase.net/, dort gibt es auch eine demo. Grüße

  16. Unikram, Paper & Recherchen » Literaturverwaltungsprogramme und Reference Mangager sagt:

    [...] Da Möglichkeiten zur gemeinsamen online-Verwaltung von bibliographischen Daten von mir nicht berücksichtigt werden, werde ich diese auch nicht testen. Solltet ihr in diesem Bereich aber Vorschläge oder Programmhinweise haben, könnt ihr sie an dieser Stelle loswerden. Von Anna-Maria Reaktionen auf diesen Beitrag via RSS 2.0 Bitte kommentieren Sie oder diskutieren via Trackback weiter! | Druckversion Kommentare Bitte kommentieren Sie! [...]

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