e-Learning & Neue Medien im universitären Umfeld

Sonntag, 23. April 2006

Nicht nur die Wissenschaft ist ständig im Fluss auch Lerntechniken und -medien entwickeln sich immer weiter. Während es an der FernUni zunehmend Bestrebungen gibt, komplette online-Studien zu ermöglichen, aber sich bisher aus vielen guten Ideen und Ansätzen nichts hat richtig durchsetzen können, entstehen rund um das Themenfeld Lehrgebiete, Professuren und Studiengänge.

Der Lernraum Virtuelle Universität (LVU) ist die zentrale Verwaltungseinheit, in der die Studierenden sämtliche Kurse, Zugänge und auch Lehrmaterialien im Überblick abrufbar haben. Leider ist LVU wirklich eher ein Verwaltungsinstrument, wenig auf Lernen, Kommunikation und Betreuung ausgelegt. Insofern ist der Name „Lernraum“ etwas irreführend. Neben der hoch-offiziellen LVU, zu der jede/r Studierende Zugang hat und auch haben muss, gibt es eine Reihe anderer Bestrebungen, die Fernlehre effizienter zu gestalten und durch neue Medien und die Möglichkeiten des Informationszeitalters zu beleben.

Während sich die FernUni mit vielen Projekten im Bereich e-Learning und online-gestützte Fernstudienkonzepte allerorten hervor tut, hakt es bei der konsistenten campusweiten Umsetzung eines einheitlichen Zugangs zur Fernlehre und zur online-Betreuung der Studenten. Viele Projekte werden entwickelt und begonnen – leider hat es bisher noch kein Projekt geschafft, alle notwendigen Aufgaben zu begleiten bzw. zu übernehmen.

Im Rahmen des neuen Bachelors Bildungwissenschaft wird nun die Lernplattform Moodle ausprobiert. Während einer einjährigen Probephase sammeln die beteiligten Lehrgebiete Erfahrungen mit dieser neuen Betreuungsform. Wir hoffen, nach dieser Experimentierphase mit positiven Ergebnissen aufwarten und dann diese Plattform auch in anderen Fakultäten populär machen zu können. Auch das Lehrgebiet „Berufs- und Wirtschaftpädagogik“, in dem ich arbeite, will in diesem SoSe die Betreuung mit Moodle beginnen – leider wird sich am Zeitkontingent welches durch solche Maßnahmen und Neu-Einführungen enorm strapaziert wird, nichts ändern. So werden wir das nebenbei einführen müssen und wahrscheinlich nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen. Nichts desto trotz werden sich die Vorteile von Moodle auch im universitären Umfeld nutzen lassen. Es wird auch im schulischen Umfeld beliebter.

Wie pädagogische Forschung – ganz nach dem OpenAccess-Gedanken – Fachtexte bzw. sogar ganze Zeitschriften online zugänglich macht, zeigt sehr schön das Projekt Bildungsforschung sowie die Zeitschrift für E-Learning.


Kommen & Gehen an der FernUni

Sonntag, 23. April 2006

Trotz der relativ guten Bedingungen an der FernUni hat Peter Baumgartner nach reiflicher Überlegung den Ruf an die Donau-Universität Krems (DUK) angenommen.

Seine „alte“ Homepage bleibt unter der Domain http://www.blendedlearning.org weiterhin erreichbar, während schon das neue virtuelle Zuhause sehr schön unter Zope & Plone läuft und auch schon reichlich Material zu bieten hat.


Die Textverarbeitung der Zukunft, oder: Alle sagen XML …

Montag, 6. März 2006

Weil die Textverarbeitung an und für sich schon ein sehr schwieriges Thema ist und sich in diesem Bereich Quasi-Standarts etabliert haben, die zwar massen- aber nicht unbedingt drucktauglich und zuverlässig sind, traue ich mich schon kaum noch, das Thema zu diskutieren. Nicht etwa, weil mir die Argumente fehlen, nein. Aber das scheint ein sehr sensibles Thema zu sein und wann immer man vernünftige Diskussionen darüber führen möchte, dann verhärten schnell die Fronten und jeder weiß, dass sowieso nur er recht hat – für vernünftige Argumente will dann auch niemand mehr zugänglich sein.

Ja, ich habe da auch ein kleines Impulskontrollproblem und es fällt mir schwer, meine durchaus inhaltsstarken Argumente im richtigen Moment hervorzuholen – von überzeugen wollen wir noch gar nicht sprechen. :( Trotz meiner scheinbar nicht besonders ausgeprägen Grass-Root Talente bin ich doch an mehreren Fronten unterwegs, um das Wort für offene Standarts & Co. zu verbreiten. :D

Seit nun auf Arbeit (ich bin dort u. a. für Computerhilfe, -notfälle jeder Art und neue Vorschläge zur EDV-Optimierung angestellt) ein neues Redaktionssystem namens FuXML eingeführt wird, kann ich mich der Bewegung nicht mehr entziehen: XML ist die Zukunft der Textverarbeitung, -aufbereitung und (elektronischen) Übertragung und Bereitstellung von Informationen.

Das System dieser Auszeichnungssprache funktioniert vom Prinzip her ähnlich wie LaTeX, allerdings ist es flexibler einsetzbar, da getreu dem Motto „Aus eins mach’ viele …“ aus einem XML-Dokument beliebig viele Varianten des Dokumentes erstellt bzw. generiert werden können: Eine Druckversion, eine Version für die Browserdarstellung mit zusätzlichen Inhalten & Verweisen, eine optimierte Darstellung für Handys, PDAs usw. ist auch ohne Weiteres möglich. Das spart natürlich – besonders in der Fernuni – sehr viel Zeit, weil im Moment bzw. bis vor kurzem Druckversionen und Netzversionen derselben Inhalte nicht nur extra per Hand erstellt, sondern auch auf unterschiedlichen Servern gepflegt werden müssen.

Die endgültige Überzeugung erreichte dann heute morgen die Lektüre eines Artikels von Hendrik Bunke zum Thema „Schreibt strukturiert! XML und Docbook in Sozial- und Geisteswissenschaften„, indem er die Vorzüge von XML auch für Geisteswissenschaftler erläutert und gleich Tipps und Hinweise zu Programmen und Informationsmöglichkeiten & XML-kompatibler Literaturverwaltung mitliefert. (JabRef nutze ich ja auch schon für die BibTeX-Dateien, es beherrscht u. a. auch XML-Export.)

Sobald also etwas Zeit und Luft ist, evt. auf Arbeit auch schon in den nächsten Tagen, werde ich mich näher mit DocBook, XML & Co. befassen. Ich glaube nicht, dass es mein geliebtes LaTeX im Druckalltag ablösen wird. Allerdings scheint es mir eine sehr interessante Ergänzung zu HTML u. ä. im Bereich des Webdesigns zu sein. Wirklich ausspielen kann XML seine Vorteile wenn es um gemeinsame Dokumentenerstellung, -bearbeitung und Dokumentenaustausch geht. Durch das OpenDocument-Format hält es zumindest in zahlreiche OpenSource-Textverarbeitungen im WYSIWYG-Stil Einzug. (Z. B. in OpenOffice.) Klar, das ist keine Alternative für das per-Hand-Coden, aber zumindest liegen den Dokumenten dann offene Standarts zugrunde, die den Austausch nicht unnötig erschweren.

Das Werkzeug meiner Wahl habe ich schon vor einigen Wochen via yauh.de gefunden: Ich werde es wohl mal mit Butterfly als Editor versuchen, sobald die Not äh … die Arbeit mich zur buchstäblichen Auseinandersetzung mit XML zwingt. Ein weiterer Vorteil von XML scheint mir in der relativ einfachen Konvertierung in RTF, LaTeX, HTML-Files & Co. zu liegen – wer sich mal näher mit LaTeX2rtf oder LaTeX2html auseinandergesetzt hat, weiß, dass praktikablere Lösungen an der Stelle nicht schlecht wären. ;) Weiterer Pluspunkt: Alle Programme sind frei zugänglich und die offenen Standarts gewährleisten auch weiterhin freie Software in diesem Bereich.

Mal sehen, inwieweit ich ein bisschen in XML hineinschnuppern kann. – Ich werde an dieser Stelle berichten. ;)

Informationsressourcen (unvollständige Auswahl):